Pfingstfest 2017 in Wien

Die Sprache des nächsten sprechen

Wo Gottes Geist wohnt, da zeigt er Wirkung. Doch damit sich diese Wirkung auch entfalten kann, dazu braucht es ein Zutun: den Glauben an die eigene Versiegelung. Aus dem Pfingstgottesdienst 2017 mit dem Stammapostel.

„Und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“ Dieses Bibelwort aus Apostelgeschichte 2,4 war Grundlage für den Gottesdienst mit Stammapostel Jean-Luc Schneider am Pfingstsonntag, 4. Juni 2017, in Wien (Österreich).

Mit dem Pfingstgeschehen habe sich die Ankündigung Jesus Christi erfüllt. Später hätten die Menschen die Gabe des Heiligen Geistes durch die Handauflegung der Apostel empfangen. „Als neuapostolische Christen glauben wir daran, dass wir die Gabe des Heiligen Geistes bei der Versiegelung bekommen haben.“

„Das heißt aber nicht, dass andere Leute keine Gotteskinder sein können“, betonte der Kirchenleiter. „Gott ist der Vater aller Menschen, weil er sie geschaffen hat.“ Und: „Ein jeder Christ darf in Gott seinen himmlischen Vater anbeten.“

Was der Heilige Geist konkret bewirkt

„In meinem Auftrag liegt es mir sehr daran, diesen Glauben zu festigen“, sagte er. Warum? Weil Glaube daran die Voraussetzung für volle Wirksamkeit des Heiligen Geistes sei. „Deshalb ist es so unendlich wichtig, dass wir an unsere eigene Heilige Versiegelung glauben.“

„Lassen wir uns vom Heiligen Geist leiten: Der hat was zu sagen in unserem Herzen“, erläuterte der Stammapostel die Wirksamkeit an Beispielen:

  • Abgeklärtheit: „Bleib doch mal ganz schön ruhig, dein himmlischer Vater sorgt für dich.“
  • Dankbarkeit aus der Vergangenheit: „Gott hat Großes an mir getan“.
  • Wachsamkeit in der Gegenwart: „Was ich auch durchleben und erleben muss, ich will nicht von Gott getrennt sein.“
  • Freude auf die Zukunft: „Wenn wir uns mit der Herrlichkeit Gottes beschäftigen.“
  • Liebe gegenüber jedem Menschen: „Durch den Empfang der Gabe des Heiligen Geistes hast du die Fähigkeit bekommen, so zu lieben wie Jesus. – Du kannst, wenn du willst!“

Zuhören und Mitfühlen

Diese Liebe bringe mit sich, dass eigene Heil teilen zu wollen und anderen davon zu berichten. Dafür müsse man aber in der Sprache seines Gegenübers sprechen, setzte Stammapostel Schneider ausdrücklich einen Schwerpunkt. Um diese Sprache zu lernen, „muss man zuerst lernen zuzuhören“. Dann gelte es, mit den Menschen mitzufühlen, Angst, Leid oder auch Freude mit ihnen zu teilen. Das mache empfänglich für die frohe Botschaft: „Gott will dich erlösen – wir haben Jesus gefunden – komm mit uns.“

Besonders widmete sich der Stammapostel der nächsten Generation: Ein Teil der Jugend bleibe nach der Konfirmation weg, weil sie den Wert der Gabe des Heiligen Geistes nicht erkennen konnten. „Wie können wir in ihrer Sprache erklären, wie wichtig diese Gabe ist?“

„Es nützt nichts, ihnen zu sagen“, wie schlimm das Leben auf der Erde sei. Oder, dass etwas Schlimmes passiere, wenn man dem Glauben nicht treu bleibe. Oder, wenn man ihnen vorschreiben wolle, was sie zu tun und zu lassen hätten. „Das ist definitiv nicht ihre Sprache!“

Vielmehr gehe es darum, den Kindern und den Jugendlichen zu erklären, dass ihnen der Glaube hilft, „im inwendigen Menschen stark zu werden“, verwies Stammapostel Schneider vor allem auf die Abgeklärtheit und die Liebesfähigkeit. „Predigen und schwätzen genügt da nicht. Das überzeugt niemanden. Wir müssen es vorleben. Das ist unsere Aufgabe weltweit.“

Eine weltweite Gemeinde

Per Satellit wurde der Gottesdienst auf fünf Kontinente und in mehr als 100 Länder übertragen. Viele hunderttausende Glaubensgeschwister waren in ihren Gemeinden so live mit dabei. In die Millionen geht die Gesamtzahl zusammen mit den Teilnehmern, die in einigen Ländern Afrikas über die Ausstrahlung in staatlichen Fernsehen angeschlossen waren oder die in Nord- und Südamerikas eine Aufzeichnung nun zeitversetzt sehen.

Text: Andreas Rother
Bilder: nac.today