Erster Gottesdienst des „neuen“ Bezirksapostels Storck

Den ersten Gottesdienst im neuen, erweiterten Verantwortungsbereich feierte Bezirksapostel Rainer Storck in Bensheim, der Heimatgemeinde seines Amtsvorgängers, Bezirksapostel i.R. Bernd Koberstein. In der Predigt ermunterte Bezirksapostel Storck die Gläubigen, als Jünger Christi dessen Heilsangebote zu bezeugen – unter anderem durch das eigene Verhalten.

Einleitend ging Bezirksapostel Rainer Storck auf die Erwartungen ein, mit denen die Gläubigen in den Gottesdienst kämen. „Wir als Apostel, als Brüder am Altar, sind nicht in der Lage, alle eure Erwartungen zu erfüllen“, stellte er klar. Das Angebot sei jedoch: „Wir beten mit euch, fühlen mit euch, leiden mit euch und glauben mit euch, dass sich eure Verhältnisse bessern.“

Dabei gelte es, den im Eingangslied (Gesangbuch Nummer 196) besungenen Strom zu suchen. Jesus, von dem dieser Lebensstrom ausgehe, dränge sich nicht auf. Doch er sei immer da – für jeden Einzelnen.

Schafe ohne Hirten

Grundlage für den Gottesdienst war das Bibelwort aus Markus, 6,34, welches Stammapostel Jean-Luc Schneider vor vier Monaten dem Gottesdienst in Landau zugrunde gelegt hatte: „Und Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing eine lange Predigt an.“

Im weiteren Verlauf der Predigt skizzierte Bezirksapostel Storck den Zuhörern einige Situationen, in der sich Menschen befanden, bevor sie sterben mussten. Dabei führte er Menschen an, die durch Naturkatastrophen ums Leben kamen, von Andersdenkenden getötet wurden, in jungen Jahren an Krankheiten starben oder ihr Leben lang auf falschen Wegen unterwegs waren. „Sie alle kommen orientierungslos ins Jenseits, sie sind wie Schafe ohne Hirten“, fasste der Bezirksapostel zusammen.

Christus gibt Orientierung

Damals in Galiläa wandte sich Christus den Ärmsten zu, er sah ihr Elend und heilte ihre Gebrechen. Gleiches geschehe heute: Es sei Aufgabe der Apostel, den Weg zur Erlösung, den Christus gelegt hat, aufzuzeigen – im Diesseits und Jenseits. „Wir wollen den Seelen den guten Hirten näherbringen, nämlich die Angebote Jesu im Wort Gottes und die Sakramente der Kirche.

Seinerzeit sandte Jesu zwölf Apostel und 72 Jünger aus. „Die Christen sind heute diese Jüngerschaft“, erläuterte der Bezirksapostel weiter. „Wir können unterstützen, indem wir die Heilsangebote Jesu bezeugen – durch unser Verhalten.“ Als Beispiele nannte der Bezirksapostel die Liebe Gottes, seine Gnade und die Hilfe des Herrn.

Apostel Wilhelm Hoyer betonte, dass die Gnade Gottes aus Armut Reichtum schaffe. Apostel Jens Lindemann ermunterte, nicht über andere Menschen zu richten, sondern einzuladen: Manchmal sei hier eine kleine Geste wichtiger als viele Worte.

Spendung der Sakramente

Bei der Feier des Heiligen Abendmahls setzten die Apostel bezugnehmend auf die Predigt ein deutliches Zeichen ihres Auftrags und teilten in Bensheim selbst die ausgesonderten Hostien an die Gemeinde aus.

Anschließend spendete der Bezirksapostel die Sakramente für die Entschlafenen: die Heilige Wassertaufe, die Heilige Versiegelung sowie das Heilige Abendmahl. Er vollzog die Handlungen an zwei Amtsträgern: Stellvertretend für die Seelen aus dem Jenseits empfingen Apostel Peter Klene (Niederlande) und Bischof Gerd Kisselbach (Bereich Ost) die Wasser- und Geistestaufe sowie Leib und Blut Christi.

Gottesdienste für Entschlafene

Dreimal im Jahr finden in der Neuapostolischen Kirche besondere Gottesdienste statt, in denen die Gemeinden der Entschlafenen gedenken und die drei Sakramente gespendet werden. Im Hinblick darauf beten die neuapostolischen Christen auch dafür, dass unerlöst Verstorbene das Heil in Christus finden.

Der Stammapostel, die Bezirksapostel oder von ihnen beauftragte Apostel spenden an diesen Sonntagen den Entschlafenen die drei Sakramente der Kirche.

Übertragung via Satellit

Mehr als 200 Gläubige erlebten den Gottesdienst in Bensheim vor Ort, etwa 11.000 waren per Übertragung via Satellit in vielen Gemeinden in den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland angeschlossen.

Vor Ort waren alle Apostel der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland (bis auf den erkrankten Apostel Walter Schorr) sowie die Apostel Jeannot Leibfried (Frankreich) und Peter Klene (Niederlande). Anlass war, dass erstmals in der neuen Gebietskirche am Freitag und Samstag die Apostelversammlung getagt hatte. Bezirksapostel Storck nutzte die Gelegenheit, die Apostel vorzustellen und auch Bezirksapostel i.R. Bernd Koberstein in dessen Heimatgemeinde willkommen zu heißen.

Im Anschluss an den Gottesdienst blieb die Gemeinde in Bensheim noch für einen Imbiss zusammen und lernte Bezirksapostel Storck und die „neuen“ Apostel besser kennen.

Text: Frank Schuldt, NAK Westdeutschland
Fotos: Marcel Felde