Ein paar Fragen zur musikalischen Vorbereitung auf den Festgottesdienst

Der Festgottesdienst am 25. Februar 2018 in Dieburg hat Bedeutung in vielerlei Hinsicht. Der Stammapostel wird diesen Gottesdienst mit der Festgemeinde feiern. Ihn begleiten viele aktive und im Ruhestand lebende Bezirksapostel und Apostel. Bezirksapostel Bernd Koberstein tritt in diesem Gottesdienst in den Ruhestand und übergibt seinen bisherigen Arbeitsbereich an Bezirksapostel Rainer Storck. Der Gottesdienst wird in die Gemeinden der neuen Gebietskirche NAK Westdeutschland übertragen sowie in zugehörige Länder in Europa und Afrika. Neben den Anwesenden in der Halle wird es also eine äußerst große Zahl von Gottesdienstteilnehmern geben. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, nicht zuletzt auch hinsichtlich der Musik im Gottesdienst. Das erfordert eine sorgfältige Auswahl und Vorbereitung der musikalischen Beiträge. Verantwortlich hierfür ist Rebekka Riehl aus der Gemeinde Bergstraße. Wir haben Ihr ein paar Fragen gestellt:

Schw. Riehl, wann wurde mit der musikalischen Planung für den Gottesdienst begonnen und wer hat Sie dabei unterstützt?
Als Ende 2016 bekannt wurde, dass unser Stammapostel den Gottesdienst in Dieburg halten wird und Pr. Matthias Fischer und ich die musikalische Leitung des Chores übernehmen sollen, haben wir quasi noch in den Weihnachtsferien 2016/2017 mit der Planung begonnen. Ideen wurden geboren und wieder verworfen, viele Telefonate, Emails und Treffen folgten. Mit dem „Rohentwurf“ wurden einige Abstimmungsrunden gedreht, bis dann nach ca. 11 Monaten das endgültige Programm stand und genehmigt war.

Was ist alles für einen so bedeutsamen Gottesdienst zu berücksichtigen und wer trifft die Entscheidung über das musikalische Programm?
Für die Planung eines solchen Gottesdienstes waren viele Wünsche und Voraussetzungen zu bedenken:

  • Welche Ensembles wirken mit?
  • Bei der Liedauswahl musste nicht nur die Ruhesetzung des Bezirksapostels berücksichtigt werden, sondern auch, dass der Gottesdienst ein Vorbereitungsgottesdienst für den Entschlafenengottesdienst am 4.3. ist.
  • Wollen wir ein besonderes Stück für unseren scheidenden Bezirksapostel Koberstein singen? Hat er ein Lieblingslied? Welcher Komponist kann dafür ein Arrangement für alle beteiligten Ensembles schreiben?
  • Wir wollten keine solistischen konzertanten Musikstücke darbieten, aber doch besondere, zu Herzen gehende Musik auswählen.

Wir sind sehr dankbar, dass alle Vorbereitung sehr eng von den Musikfachberatern des Bezirks (Hirte Torsten Barnitzke und seit August 2017 Pr. Ronald Jeremias) begleitet wurde. Außerdem haben wir sehr viel Unterstützung von Burkhard Schmitt, dem Musikfachberater unseres Apostels erhalten. Wir konnten uns mit jeder Frage und jeder Sorge an die Brüder wenden und fanden immer Gehör und Hilfe.  Der Programmentwurf stand im Herbst 2017 und nach Genehmigung der Musikfachberater, unseres Apostels Opdenplatz und des Fachgremiums Musik konnten wir mit den Proben
loslegen.

Woher kommen die Sängerinnen und Sänger für diesen Gottesdienst und wie viele machen mit?
Unsere Bezirksämter haben im Spätsommer 2017 alle Gemeinden des Bezirks Darmstadt besucht und alle Sänger des Bezirks zur aktiven Teilnahme im Chor eingeladen, um dem Stammapostel und seiner Begleitung, allen Gottesdienstbesuchern, aber besonders unserem Bezirksapostel Koberstein unsere Liebe zu zeigen und mit unserer Musik die Herzen zu öffnen. Jeder Sänger war und ist willkommen. Schon in den ersten Proben waren wir Dirigenten ziemlich überwältigt von der Teilnahme: wir werden beim Gottesdienst mit unserem Stammapostel mit etwa 120 Sängern im Alter von 14 bis über 80 Jahren mitwirken.

Warum wurde ein Mindestmaß für die Teilnahme an den Chorproben gesetzt?
Das ist eine viel diskutierte Frage, mit der wir uns vor der Festlegung intensiv auseinander gesetzt haben. Wir haben ein Repertoire von 17 Liedern, die wir einüben mussten. Etwa die Hälfte davon waren für die meisten Sänger neue Lieder und Stücke. Da brauchten wir Dirigenten die Planungssicherheit, dass die Sänger tatsächlich in möglichst viele bzw. alle Proben kommen. Die Hürde war allerdings mit 56% Mindestanwesenheit überschaubar hoch.

Sind außer den Schwestern und Brüdern im Gemischten Chor noch weitere Sänger aktiv eingebunden?
Dazu sage ich jetzt nur so viel: lasst Euch überraschen

Wann war die erste Chorprobe und wie viele werden es am Ende sein?
Wir proben seit September 2017 und werden am Ende nach sieben Montagsproben und einem Probenwochenende auf Burg Breuberg hoffentlich sehr gut vorbereitet sein.

Wird etwas Besonderes für den Festgottesdienst vorbereitet?
Anfangs hatten wir nur vor, in den Sprachen deutsch, englisch und französisch zu singen. Da in der neuen „großen“ Gebietskirche NAK Westdeutschland aber noch viel mehr Sprachen gesprochen werden, haben wir recht schnell noch portugiesisch dazu genommen und irgendwann kam dann noch die Bitte, ob wie nicht die niederländisch/flämische Sprachgruppe auch berücksichtigen könnten. Also haben wir mit viel Freude und Engagement ganz mutig die für uns sehr fremden Sprachen gelernt und wollen beim Gottesdienst versuchen, die Geschwister aus der gesamten Gebietskirche in „Ihren“ Sprachen zu erfreuen. Hoffentlich verstehen die Muttersprachler uns dann auch…Wir geben uns alle Mühe!

Man spürt in den Chorproben eine sehr konzentrierte Arbeitsatmosphäre. Wie ist die Stimmung bei den Sängerinnen und Sängern?
Für uns Dirigenten ist und war jede Probe eine große Freude, weil der Chor eine so schöne und ganz besondere Einheit ist. Die SängerInnen sind so positiv und begeistert gestimmt und berühren uns Dirigenten schon jetzt immer wieder mit ganz viel Herzenswärme und seelenvoller Musik. Bei aller Freude haben wir aber auch Sorge um zwei Sängerinnen, die schwer erkrankt sind
und bei denen sogar in Frage steht, ob sie am Gottesdienst teilnehmen können. Wir wollen alle gemeinsam im Gebet für sie einstehen, weil sie mit uns geprobt haben uns ein Teil von uns sind.

Gibt es im Gottesdienst noch weitere musikalische Beiträge außer vom Gemischten Chor und der Orgel?
Aus Platzgründen konnten wir dieses Mal leider kein Orchester einsetzen, aber doch ein kleines Doppelquartett mit vier Streichern und vier Bläsern unter der Leitung von Sonja Beisenherz-Bosch. Auch dieses Ensemble probt schon einige Monate. Wir dürfen uns darauf freuen!

Wie sehen die Vorbereitungen in der Abschlussphase vor dem Gottesdienst aus?
Aktuell ist ganz viel Organisatorisches zu klären: die Organisation des Probenwochenendes auf Burg Breuberg (sowohl musikalisch als auch die Übernachtung und Verpflegung), der Ablauf der Generalprobe am 24. Februar, das Zusammenspiel der verschiedenen Ensembles, der minutengenaue Ablaufplan vor und während des Gottesdienstes, usw.

Sehr dankbar sind wir Dirigenten, dass Schwester Pita Lorenz die gesamte finanzielle Abwicklung des Probenwochenendes übernommen hat. Für jede Probe musste die Kirche vorbereitet werden: Dafür ein herzliches Dankeschöen an Diakon Jens Krüger, Darmstadt. Er bekam in der letzten Probe stellvertretend für alle Diakone aus Darmstadt und den anderen Probengemeinden ein kleines „Merci“.  Vergessen wollen wir auch nicht die Sänger, die den Chor immer wieder fachlich kompetent eingesungen haben: Jenny Heck,  Jasmin Petri und Daniel Bauer. Neben den namentlich Erwähnten haben wir noch einige Helfer für kleine und große Aufgaben, ohne die wir es sehr viel schwerer hätten. Dafür sind wir sehr dankbar, denn gemeinsam geht es viel leichter!

Fast ist es ein wenig schade, dass nur noch wenige Tage bis zu diesem besonderen Gottesdienst verbleiben, denn die intensive Vorfreude, die wir seit mehr als einem Jahr (er-)leben, ist etwas ganz Besonderes. Wir sind im Chor über die Monate ganz eng zusammengewachsen und wünschen uns, dass diese Gemeinschaft auch über den Gottesdienst des Stammapostels hinaus bleibt und uns verbindet. Nun gehen wir mit ganz großer Freude, mit tiefer Ehrfurcht und Demut sowie intensivem Gebet in den so bedeutsamen Gottesdienst und wünschen uns, dass wir als Chor mit unserem Wirken Seelen und Herzen öffnen können und dem Wort Gottes den Weg bereiten können.

Text: Wolfgang Krüger und RR
Bilder: Wolfgang Krüger