Brückenbau zwischen Drinnen und Draußen

Wer ist drinnen und wer ist draußen? „Lasst uns keine Zeit verlieren zu überlegen“, sagt der Stammapostel. Entscheidend sind ganz andere Fragen: Was ist drinnen? Und wie dringt es nach draußen?

„Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus. Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.“ – Um dieses Bibelwort aus Kolosser 4,5.6 drehte sich der Gottesdienst am 25. Februar 2018 in Dieburg (Deutschland).

Drinnen und draußen – per Definition

Wenn von „draußen“ und „drinnen“ die Rede sei, gehe es natürlich nicht um „die Neuapostolischen“ und „die Anderen“, machte Stammapostel Jean-Luc Schneider deutlich. „Im Katechismus ist ja klar definiert, worum es geht: um die Kirche Christi. Das ist nicht die Neuapostolische Kirche. Das ist auch nicht die Summe der katholischen, der orthodoxen, der evangelischen und neuapostolischen Kirche.“

„Die Kirche Christi ist, so wird es in der Christenheit definiert, die Gemeinschaft der Getauften, die an Jesus Christus glauben und ihn als ihren Herrn bekennen.“ Nur in diesem Licht sei zu betrachten: Wer ist drinnen und wer ist draußen? „Wenn einer nicht getauft ist, liegt es auf der Hand, aber ansonsten müssen wir da vorsichtig sein.“ Denn: „Nur Gott kann die Wahrhaftigkeit des Glaubens einschätzen.“

Die Weisheit des Handelns

„Wir stellen lediglich fest, dass es weltweit viele sind, die draußen sind, weil sie nicht mehr an Jesus Christus glauben“, sagte der Kirchenleiter. „Jetzt kommt unser Bibelwort: ,Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind.‘ Was ist nun diese Weisheit? Lasst mich ein paar Aspekte aufzählen.“

  • Sich nicht verunsichern lassen: „Die Tatsache, dass die Lehre Jesu Christi nicht mehr Konsens ist, stellt die Wahrheit des Evangeliums nicht infrage. Die Tatsache, dass viele Menschen meinen, sie brauchten die Gemeinschaft der Gläubigen nicht, stellt die Heilswichtigkeit der Kirche Christi nicht infrage. Jesus hat gesagt: ,Mein Wort bleibt ewiglich, die Pforten der Hölle werden die Kirche Christi nicht überwältigen.‘“
  • Sich nicht beeinflussen lassen: „Wir haben die Wahrheit des Evangeliums erkannt, folgen dem Evangelium und tun nach dem Willen Gottes. Die Zahl derer, die ihm treu sind, hat überhaupt keinen Einfluss auf unsere Treue.“
  • „Die da draußen“ nicht als Feinde betrachten: „Auch wenn heute viele Menschen außerhalb der Kirche Christi sind, sieht Gott sie nicht als Gegner. Jesus Christus will sie für sich gewinnen mittels seiner Liebe. Es ist die Berufung der Kirche Christi, ihnen die Möglichkeit zu geben, diese Liebe zu erfahren und Jesus Christus kennenzulernen.“
  • Zeichen setzen im Sinne Christi: „In der Kirche Christi sind die Menschen im Dienst Jesu Christi. Sie begegnen sich in Liebe, stärken sich gegenseitig, dienen sich gegenseitig mit ihren Gaben, sind solidarisch, sie sind ein Leib: der Leib Christi. Das ist das Zeichen, woran man die Wirksamkeit des Heiligen Geistes erkennen kann.“
  • Selbst das tun, was man von anderen erwartet: „Wir behandeln die, die draußen sind, nicht so, wie sie uns behandeln. Wir gehen mit ihnen so um, wie Jesus Christus mit uns umgeht.“

Die Freundlichkeit im Reden

„Wir schauen nicht auf die anderen von oben herab“, betonte Stammapostel Schneider. Denn „Wir wissen genau: Wir sind hier nur aus Gnade. Wir sind nicht besser als die anderen. Ob drinnen oder draußen, wir leben nur durch die Gnade Jesu Christi.“

„Lasst uns im normalen Leben ganz normale Gespräche haben“, sagte er schließlich. „Wir wollen diese aber mit dem Salz des Evangeliums würzen, dass die Menschen merken: Die haben eine besondere Erfahrung, sie haben eine besondere Zuversicht, eine besondere Freude. Das zieht an!“

Das Fazit des Stammapostels: „Lasst uns keine Zeit verlieren zu überlegen, wer denn nun drinnen oder draußen ist. Wir wollen uns bemühen, diese Weisheit zu haben und so zu reden, wie wir gehört haben. Das hat einen positiven Einfluss auf die, die draußen sind und hilft ihnen, den Weg zu Jesus oder den Weg zurück zu Jesus zu finden. Das ist unsere Aufgabe.“

Text: Andreas Rother, nac.today