Bezirksapostel laden zum Empfang nach Frankfurt

Vertreter der Kirchen und der Politik folgten am 5. März 2018 der Einladung von Bezirksapostel Rainer Storck nach Frankfurt: Anlass für den Empfang war die Gründung der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland und der Ruhestand von Bezirksapostel Bernd Koberstein. In ihren Reden betonten die Geistlichen die Bedeutung des Christentums für die Gesellschaft. Es sei die Aufgabe aller Kirchen, die frohe Botschaft des Evangeliums den Menschen nahezubringen.

Unter den 50 Gästen waren prominente Vertreter wie Oberkirchenrätin Barbara Rudolph (Evangelische Kirche im Rheinland), Weihbischof Dr. Thomas Löhr (Bistum Limburg) sowie Bürgermeister Uwe Becker (Stadt Frankfurt), die sich neben den beiden Bezirksaposteln mit Grußworten an die Zuhörer wandten und offizielle Grüße der Kirchenleitungen beziehungsweise des Oberbürgermeisters überbrachten.

Immer mittendrin

Den Anfang machte der scheidende Bezirksapostel Bernd Koberstein, der auf seine neunjährige Amtszeit als Kirchenpräsident der Neuapostolischen Kirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland zurückblickte. Er habe immer ein Bezirksapostel zum Anfassen sein wollen, betonte er: Zum einen als Werkzeug in der Hand Gottes und zum anderen für seine Glaubensgeschwister. „Wie mein Vorgänger, Bezirksapostel Hagen Wend, gab es für mich nie oben und unten, sondern nur ein mittendrin“, blickte er zurück.

In seiner Amtszeit sei ihm immer die Förderung der Seelsorge und der Seelsorger ein zentrales Anliegen gewesen. „Ich habe großen Respekt vor den Amtsträgern der Kirche, die ehrenamtlich und mit großem Engagement in den Gemeinden tätig sind“, so Bezirksapostel Koberstein. Zudem sei es ihm wichtig gewesen, junge Leute zu fördern und ihre Kompetenzen – ob mit oder ohne Amt – für die Gemeinden nutzbar zu machen. „Mich erfreuen die jungen Menschen immer wieder, die sich für Christus begeistern lassen und sich für ihn in der Kirche engagieren“, berichtete er mit strahlenden Augen.

Stolz auf Öffnung der Kirche

Nicht zuletzt sei er auch stolz, wie sich die Neuapostolische Kirche über die letzten Jahre unter anderem im ökumenischen Bereich entwickelt und mit Gesprächen die Kontakte intensiviert und vertieft habe. Seinem Nachfolger Rainer Storck wünschte er vor allem, dass er von den Gläubigen genauso geliebt werde, wie er sich geliebt fühlte, und dass die Begeisterung für Christus in der Kirche wachse und nie aufhöre.

Gemeinden und Finanzen

Bezirksapostel Rainer Storck nannte in seiner Ansprache drei wichtige Punkte für seine Amtszeit: Zum einen wolle er die Gemeinden vor Ort weiter stärken. „Ich wünsche mir hier mehr Eigeninitiative und Verantwortung“, formulierte er. Die Verwaltung werde dafür die Voraussetzungen schaffen.

Zum anderen gelte es, sensibel mit den begrenzten finanziellen Ressourcen der Kirche umgehen. Diesbezüglich forderte der Bezirksapostel auch Solidarität mit den Kirchenmitgliedern in den fast 50 betreuten Ländern und Regionen ein, für die die Neuapostolische Kirche Westdeutschland Verantwortung trägt.

Wo stehen die Kirchen in 50 Jahren?

Der dritte Punkt sei ihm persönlich sehr wichtig, betonte Bezirksapostel Storck. Er frage sich manchmal, wo die christlichen Kirchen in 50 Jahren stünden. „Spielen wir künftig in der Gesellschaft noch eine Rolle?“ Er wolle in dieser Zeit angesichts der vielfältigen Entwicklungen nicht klein beigeben. „Ich bin für die offensive Variante“, betonte er.

Christus habe im Evangelium ein Vermächtnis hinterlassen, die frohe Botschaft, die ein Angebot für alle Menschen sei. „Es ist Aufgabe aller Kirchen, christliche Werte wie Respekt, Akzeptanz und Nächstenliebe als Angebot offensiv in die Fläche zu bringen.“ Dies sei eine Aufgabe für die ganze Kirche Christi – unabhängig vom eigenen Profil und mancher Lehrunterschiede.

„Lassen Sie uns gemeinsam unserer Verantwortung gerecht werden und noch mehr tun, um den Wert des Evangeliums den Menschen wieder neu nahezubringen“, appellierte der Kirchenpräsident. Dies sei die Chance, die Kirchen wieder in ihrer gesellschaftlichen Rolle zu stärken.

Anerkennung für gemeinsamen ökumenischen Weg

Oberkirchenrätin Barbara Rudolph überbrachte als Vertreterin der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland Grüße ihres Präses Manfred Rekowski. In ihrer Ansprache lobte sie den enormen Weg, den die ökumenische Gemeinschaft und die Neuapostolische Kirche in den letzten Jahren gegangen seien. Dabei dankte sie ausdrücklich der neuapostolischen Kirchenleitung, die die ökumenische Öffnung nicht nur den anderen Kirchen, sondern auch den eigenen Mitgliedern nahegebracht habe.

Kompliment für ehrenamtliches Engagement

Dr. Thomas Löhr, Weihbischof im Bistum Limburg, sprach anerkennend über die Entwicklung der Neuapostolischen Kirche: „Sie haben in Treue zum Ursprung und zu den Aposteln die theologischen und pastoralen Grundlagen weiterentwickelt und dabei stets die Kontakte zu anderen Kirchen und Religionen im Auge gehabt und so für die Ökumene Wegbereitung geleistet.“

Das grenzenlose Vertrauen in das Wirken des Heiligen Geistes zeichne die Neuapostolische ebenso aus wie der hohe ehrenamtliche Einsatz, den die Geschwister für ihre Kirche leisteten. „Viel können wir davon lernen“, so der Weihbischof. Er sagte zu, die spannende theologische Besinnung über Amt und das Wirken des Geistes, von geistgewirkter Berufung und wissenschaftlicher Theologie, mit Gebeten und theologischem Interesse, weiter zu begleiten.

Begeisterung für Christus spürbar

Bürgermeister Uwe Becker, Stadtkämmerer von Frankfurt am Main, sprach über die gemeinsame Verantwortung aller Kirchen für die gesellschaftliche Entwicklung. Es gelte mit Engagement und Einsatz den egoistischen und nationalistischen Vorstellungen entgegenzutreten.

Gleichzeitig warnte er davor, sich nicht allein auf Themen wie Organisation, Struktur und Geld zu beschränken. „Dann folgt fast automatisch die weitere Abnahme.“ Entscheidend sei die Begeisterung. Diese habe er an vielen Stellen in der Neuapostolischen Kirche gespürt und erlebt, beispielsweise in den Gottesdiensten. „Mit Begeisterung wecken Sie bei den Menschen auch Interesse für die Neuapostolische Kirche.“

Gemeinsame Fürbitten

Abschließend erinnerte Bürgermeister Becker an die Menschen, die nicht frei ihren christlichen Glauben leben können. Ihrer gedachten alle Teilnehmer abschließend mit von Gemeindemitgliedern vorgetragenen Fürbitten. Dabei beteten die Anwesenden für den alten und neuen Bezirksapostel, für die Menschen in Frankfurt und aller Welt sowie für die handelnden Personen in Politik und Gesellschaft.

Ein Gebet von Bezirksapostel Storck beschloss den offiziellen Teil des Empfangs, der von einem Streichquartett musikalisch begleitet wurde. Zudem hatten alle Teilnehmer gemeinsam ein Dank- und ein Loblied aus dem Neuapostolischen Gesangbuch gesungen.

Anschließend war bei Getränken und einem Imbiss Gelegenheit zum Kennenlernen und zu Gesprächen.

Weitere Berichte gibt es hier:

http://nac.today/de/158036/566885

http://www.nak.org/de/news/news-display/article/19480/

Text: Frank Schuldt, NAK Westdeutschland
Fotos: Jessica Krämer